2-Euro-Projekt

Libanon

Schulunterricht verhilft Flüchtlingskindern zu einem selbstbestimmten Leben

2-Euro-Projekt

Libanon – Schulprogramme für Flüchtlingskinder

 

Aufgrund des Bürgerkrieges in Syrien sind etwa 1,5 Millionen Menschen in den Libanon geflohen. Darunter sind mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche. Das MISEREOR-Spendenprojekt im Libanon organisiert Unterricht für Kinder, die nicht in libanesische Schule gehen können. 

2045 Weltbessermacher
haben schon
8090 € gespendet.

18 Euro kosten zusätzliche Schulstunden und Betreuung für ein syrisches Kind im Monat

38 Euro reichen aus, um die Familie eines Kindes für einen Monat mit Lebensmitteln zu versorgen

Viele haben alles verloren. Aber am schlimmsten ist es, wenn sie ihre Hoffnung verlieren. Wir versuchen sie ihnen zurückzugeben.

Yazah Oudeh, Mathematiklehrer

 

Viele der syrischen Flüchtlingskinder sind wegen des Bürgerkrieges in ihrem Land schon seit Jahren nicht mehr zur Schule gegangen. Die meisten können aber auch im Libanon keine Schule besuchen, weil sie an den Aufnahmeprüfungen scheitern. Sie haben großen Nachholbedarf und es fehlt ihnen an Sprachkenntnissen. In Syrien findet der Unterricht überwiegend auf Arabisch statt, im Libanon auf Englisch oder Französisch. Selbst die Jugendlichen, die die Aufnahmeprüfung bestehen, finden häufig keinen Platz in der Schule. Das libanesische Schulsystem ist angesichts der Menge an Flüchtlingskindern vollkommen überlastet.

Die Organisation „Pontifical Mission Beirut“ akzeptiert diese Situation nicht, weil jedes Kind ein Recht auf Schulbildung hat. Daher rief der MISEREOR-Partner schon 2012 ein Schulprogramm für benachteiligte Flüchtlingskinder ins Leben. Nur durch Bildung erhalten sie die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. In Kursen und Sprachunterricht werden  Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren gezielt gefördert. Damit die Jugendlichen auf Arabisch ihren Schulabschluss nach syrischem Curriculum nachholen können, organisiert die Organisation sogar die Fahrt der Schülerinnen und Schüler zu den Abschlussprüfungen in Damaskus.

Den Schulabschluss nachholen

„Vielen haben alles verloren. Aber am schlimmsten ist es, wenn sie ihre Hoffnung verlieren“, berichtet Mathematiklehrer Yazah Oudeh. „Wir versuchen sie ihnen zurückzugeben. Schüler brauchen Akzeptanz, Hoffnung, Ermutigung, eine Chance und ein Lächeln.“ Das Projekt kann schon einige Erfolge vorweisen. Zwei Drittel der teilnehmenden Jugendlichen konnten erfolgreich ihren Schulabschluss nachholen, einige haben ein Studium an libanesischen Universitäten aufgenommen oder konnten sich für ein Stipendium qualifizieren, um ihn Deutschland zu studieren.

Portrait: Badour (19 Jahre)

 Eigentlich möchte Badour schon Studentin an der Universität sein. Doch die 19-Jährige drückt immer noch die Schulbank. Badour ist froh, dass sie überhaupt wieder lernen kann. Vor zwei Jahren musste ihre Familie aus Syrien vor dem Bürgerkrieg in den Libanon fliehen. Lange war der Krieg weit weg, doch irgendwann schlugen auch in ihrem Vorort von Damaskus die Bomben ein. „Da wusste ich, dass es zu gefährlich sein würde in Syrien zu bleiben.“ 

Im Libanon hatte es die Familie lange schwer. „Die erste Wohnung war voller Kakerlaken. Strom gab es auch so gut wie nie.“ Seitdem der Vater eine Arbeit als Möbellackierer gefunden hat, geht es der Familie etwas besser. Zwei Jahre lang konnte Badour jedoch nicht zur Schule gehen. Im Libanon findet der Unterricht auf Englisch oder Französisch statt. Badours Muttersprache ist aber Arabisch. „Ich will doch nichts mehr als eine Chance. Bildung ist der Weg, der zu einem guten Leben führt“, sagt sie.

Seitdem sie im  Schulprojekt des MISEREOR-Partners Pontifical Mission Beirut untergekommen ist, kann Badour endlich wieder zur Schule gehen. Das Projekt ermöglicht ihr, den Schulabschluss auf Arabisch nachzuholen. „Ein Glücksfall für mich“, sagt sie. Wenn sie ihren Abschluss geschafft hat, möchte Badour gerne Pharmazie studieren und Apothekerin werden. Vor allem möchte sie möglichst in ihre Heimat nach Syrien zurückkehren.

Stand der Hilfe

Hier stehen dann aktuelle News

Im Libanon

Im Libanon leben sehr viele verschiedene ethnische Gruppen, die sich die politische Macht aufteilen. 18 Religionsgemeinschaften werden offiziell anerkannt. Häufig kommt es zu Spannungen zwischen den Konfessionen. Zwischen 1975 und 1990 kam es zu einem offenen Bürgerkrieg. 1990 besetzte syrisches Militär das kleine Nachbarland und zog erst 2005 wieder ab. Syrien übt nach wie vor großen Einfluss im Libanon aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützt im syrischen Bürgerkrieg offen Diktator Assad. 

Der Libanon ist ein wichtiger Standort für Kultur und Wissenschaft. Über 40 Universitäten beheimatet das kleine Land. Beirut gilt in der arabischen Welt auch als zentraler Verlagsstandort und war 2009-2010 Welthauptstadt des Buches.

  • Wusstest du darüber hinaus, dass ...
  • der Libanon zwischen 1920 und 1946 französisches Mandatsgebiet war,
  • dem 15-jährigen Bürgerkrieg 90.000 Menschen zum Opfer gefallen sind,
  • der Libanon so viele Flüchtlinge aufgenommen hat, dass auf 5,8 Millionen Einwohner 1,5 Millionen Flüchtlinge kommen, darunter mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche,
  • viele der Flüchtlinge, die aus Syrien in den Libanon geflohen sind, eigentlich Palästinenser sind,
  • der höchste Berg im Libanon über 3.000 Meter hoch ist,
  • die offizielle Währung das libanesische Pfund (LBP) ist?

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